Frau sein

Das Geheimnis um Monatsblutung und weibliche Intuition

Geheimnis-Monatszyklus

Die ganze Tiefe des Geheimnisses rund um die monatliche Blutung, das wunderbare zyklische Geschehen, das Geschenk des beständigen Wechsels erfasse ich erst, als es zu Ende geht.

Wie so oft wird uns die Bedeutung von etwas erst bewusst, wenn es vorbei ist. Ich habe meinem Körper viele Jahre nicht die Aufmerksamkeit geschenkt, die er verdient gehabt hätte. Habe für mich selbst als Frau zu wenig gesorgt und habe schon gar nicht das Auf und Ab als Chance wahrgenommen, beständig ein inneres Gleichgewicht in mir herstellen zu können, das mich auf lange Sicht sowohl physisch als auch psychisch getragen hätte.

Gerade in Zeiten von Krisen und Übergängen suchen wir nach Orientierung, nach etwas, was uns den Weg zeigt und uns Halt gibt. Die allermeisten von uns haben gelernt, irgendwo „da draußen“ nach Antworten zu suchen, obwohl gerade wir Frauen in der Verbindung zum Körper den „direkten“ Draht zu unserer ureigenen Wahrheit haben. Der Zugang zu dieser Weisheit, die in uns ruht und nur darauf wartet, gehört zu werden, ist verschüttet. 

Es ist an der Zeit, sich zu „erinnern“ an altes Frauenwissen, um zu heilen, um zu sich selbst zu finden und um unseren einzigartigen Weg gehen zu können!

Der Einfluss des Mondes und seine wechselnden Energien

Der Zyklus der Menstruation spiegelt im Kleinen die makro-kosmischen Zyklen der Natur, die Zu- und Abnahme des Mondes oder den rhythmischen Wechsel der Jahreszeiten. 

Die Energien des Mondes in seinen unterschiedlichen Phasen haben Einfluss auf das zyklische Geschehen. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass der Mond das Verhalten von Flüssigkeiten (des Meeres, aber auch unseres Blutes) reguliert. Statistische Untersuchungen zeigen einen deutlichen Anstieg der Empfängnis- und vermutlich auch der Ovulationsraten einen Tag vor und bei Vollmond sowie eine deutliche Abnahme rund um Neumond, wo die Zahl der Frauen höher liegt, bei denen die Blutung einsetzt. Die um den Eisprung herum ausgeschütteten Hormone erhöhen auch die sexuelle Attraktivität, das eigene sexuelle Begehren ist stärker als im restlichen Zyklus. Vor und während der Blutung fühlen wir Frauen uns dann manchmal schwach, wir werden von unterschiedlichsten Emotionen überflutet, die Neigung zu Aggressivität oder depressiver Verstimmung wächst, die Seele „verdunkelt sich“.

Körperliche und innerseelische Prozesse während des Menstruationszyklus

In der Follikelreifungsphase wächst auf Körperebene ein Ei heran, die Gebärmutterschleimhaut wird aufgebaut. Dem entspricht auf der innerseelischen Ebene  Kraft für die Umsetzung neuer Ideen und Pläne, die jetzt besonders stark ist. Viele Frauen sind in dieser inspirativen Phase in „Höchstform“: Sie erleben einen Energieanstieg, der nach außen (extrovertiert) gerichtet ist, sie sind voller Enthusiasmus und Schaffenskraft. 

Der Eisprung symbolisiert den Höhepunkt der Kreativität und entspricht energetisch der Phase rund um den Vollmond. Danach folgt die Lutealphase, die Gebärmutterschleimhaut wird abgebaut und der Körper bereitet sich auf die Menstruation vor, dem entspricht wiederum auf innerseelischer Ebene eine Phase der Bewertung und des Nachdenkens, eine Art Rückblick auf das Geschaffene. In dieser reflexiven Phase sollten wir uns von äußeren Aktivitäten zurückziehen (introvertiert), wir sind jetzt stärker mit unserer inneren Stimme in Kontakt und spüren am deutlichsten, was in unserem Leben „nicht rund“ läuft, was Bestand hat und was „Lösung“ braucht.

Die Zeit kurz vor Beginn der Blutung sowie die Blutung selbst entsprechen energetisch der Phase rund um den Neumond, die in alten Kulturen auch „Zeit des Dunkelmonds oder Schwarzmonds“ genannt wurde, da tatsächlich für etwa 3 Tage der Mond von der Erde aus nicht sichtbar ist. Äußere Aktivitäten sollten fast zum Stillstand kommen; langsamer machen und öfter ruhen, vielleicht auch Aufräumen im Außen ist angesagt. Dem Loslassen und der inneren Reinigung auf körperlicher Ebene entspricht auf der innerseelischen Ebene ein Lösen von alten, nicht mehr dienlichen inneren Einstellungen oder auch konkret im Außen einem klaren „Nein” zu allem, was nicht mehr stimmt, ohne zu wissen, was danach kommt. 

Gerade diese letzten beiden Phasen nach dem Eisprung bergen die größten Herausforderungen: In unserer westlichen, patriarchalen Kultur, die überwiegend vorwärts strebend und rational ausgerichtet ist, wird „Innenkehr“ negativ oder unproduktiv bewertet, die „Dunkelmondphase“ ja sogar „gefürchtet“: Während der Menstruation wandeln wir Frauen uns häufig von einem gefälligen, netten, zugewandten Wesen zu einer zickigen und unangepassten „Furie“. Nicht nur auf körperlicher Ebene, auch auf seelischer Ebene muss alles raus. Tatsächlich beenden viele Frauen während oder unmittelbar nach ihrer Menstruation ihre Beziehung oder kündigen ihren Job, ohne bereits zu wissen, was an Neuem kommen wird.

Der Einfluss der Pille auf Zyklus und deine weibliche Intuition

Ich weiß nicht, wie es dir so geht. 

Bei mir lief meine Blutung 35 Jahre lang so „nebenher“, irgendwie habe ich mich arrangiert, mein Leben drumherum gelebt. Schmerzen im Jung-Mädchen-Alter habe ich mit Medikamenten „in den Griff“ bekommen, Unterstützung fand ich auch von meiner Mutter kaum, die dieses „Übel“ selbst belastend fand. Emotionale Ausbrüche hatten keinen Platz im Funktionieren des Alltags, die Pille schien da eine gute Lösung, „das Ganze in geordnete Bahnen“ zu lenken, inklusive Verhütung und einer klaren Linie, die das zeitweise „Chaos der Gefühle“ dämpfte. 

Auch, wenn sich seither vieles verändert, die Medizin Fortschritte gemacht hat und sich das Bewusstsein der Frauen für sich und ihren Körper beginnt zu wandeln, leben wir nach wie vor in einem Umfeld, in einer Gesellschaft, die beständige Aktivität fordert und der Notwendigkeit von Ruhe, Entspannung und Innenkehr zu wenig Beachtung schenkt. Zu viel „Gefühl“, besonders Aggressivität, ist von uns Frauen meist nicht gewünscht, hat es doch häufig zur Folge, dass wir riskieren, belächelt und nicht für „voll“ genommen zu werden.

Die Pille ermöglicht es uns, in den meisten Fällen, jederzeit und allzeit bereit zu sein. 

Welche seelischen Folgen die Einnahme der Pille hat

Eine freie Entscheidung für oder gegen die Pille setzt voraus, dass wir auch um die Folgen der Einnahme wissen:

  • Die Pille als Verhütungsmethode unterbricht die Verbindung zu wichtigen Bereichen weiblicher Intuition.  
  • Der Zugang zu unserem Körper wird verschlechtert. Probleme auf seelischer Ebene werden weniger sichtbar und verlagern sich als Krankheiten auf Körperebene.

Tatsächlich konnte ich bei mir rückblickend beobachten, dass das Absetzen der Pille (parallel zu meinem Kinderwunsch) eine Veränderung meiner inneren Wahrnehmung zur Folge hatte. Das Bewusstsein für die natürlichen Vorgänge wuchs, ebenso mein Wunsch, diese näher zu erforschen. Ich glaube heute, dass mir die Rückkehr zu den natürlichen Lebensprozessen den Weg geöffnet hat für mein jetziges Leben, für meine Einzigartigkeit und für meine Form des Frauseins.  

Die Besonderheit und Weisheit der zweiten Zyklushälfte und die Zeit des „Dunkelmonds“ habe ich allerdings erst in meiner größten Krisenzeit rund um den Wechsel in seiner Gänze erfasst. 

Im zweiten Teil meines Beitrags über den Menstruationszyklus erhältst du eine Vielzahl praktischer Hilfestellungen, damit du in Zukunft diese wichtige Zeit auf neue, gesunde und vor allem dich stärkende Art und Weise gestalten kannst!

Möchtest du selbst noch tiefer in die komplexen körperlich-seelischen Zusammenhänge unseres Frauenkörpers eintauchen? Dann kann ich dir das Buch „Frauenkörper, Frauenweisheit“ von Dr.med. Christiane Northrup empfehlen! 

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