Frau sein

Vision für die Frau im Wandel – aus der Angst ins Leben!

Vision für die Frau im Wandel

Deine eigene Krise, dein Unbehagen in Beruf, Partnerschaft, als junge Frau, Mutter oder im Übergang der Wechseljahre ist nicht nur eine persönliche Sache. Es ist auch eine Sache der Frau im Allgemeinen, denn dein Selbstverständnis ist sowohl geprägt durch deine individuellen Erfahrungen als auch durch Erlebnisse, die du speziell als Frau in Familie und Gesellschaft gemacht hast und immer noch machst. Diese hast du meist tief verinnerlicht, oft ohne dir dessen bewusst zu sein.

Darüber hinaus weiß man inzwischen, dass Lebensthemen und unverarbeitete Gefühle von Generation zu Generation weitergegeben werden (transgenerationale Übertragung). Als kollektives Unbewusstes ist es in uns abgespeichert und wirkt solange, bis wir es „ans Licht bringen“ und wandeln. Insofern ist es für ein vertieftes Verständnis deiner Situation enorm hilfreich, einen Blick zurück in deine Geschichte und die Geschichte der Frauen zu werfen.

Wenn uns bewusst wird, woher wir kommen, können wir begreifen, warum wir stehen, wo wir stehen. Mir hat dieses Bewusstsein auf meinem bisherigen Weg des Wandels geholfen, nicht rational erklärbare Ängste und Schuldgefühle in einem neuen Zusammenhang zu sehen. Dies war ein erster Schritt auf dem Weg in mein neues Leben und kann auch dir helfen, Mut zu fassen, Altes hinter dir zu lassen und das Leben zu finden, das auf dich wartet!

 

Die Zeit, in der wir leben

Frauen in meinem Alter, so um die 50, erinnern sich noch genau an die Zeit, in der die Väter außerhalb gearbeitet haben, die Mütter zu Hause waren und sich um die Kinder kümmerten. In der Öffentlichkeit hatten vornehmlich Männer das Sagen, hierarchische Strukturen zementierten einseitige Machtverhältnisse. Die Rechte der Frauen, ihre Möglichkeiten zur Entwicklung einer weiblichen Persönlichkeit unabhängig von mütterlichen und ehelichen Funktionen waren begrenzt.

Ende der 60er Jahre kam es zu einem Einschnitt, dessen Auswirkungen diese Lebenswelt nachhaltig veränderte und auf dessen Welle wir heute noch „schwimmen“. Es war die Zeit der Hippies, die Zeit von politisch-sozialen Protestbewegungen, die Zeit der Anfänge der Friedens- und Ökologiebewegung und es war der Startschuss für eine neue Frauenbewegung. Den Frauen der 68er Generation ging es um mehr als um Gleichberechtigung. Sie forderten tiefgreifende Veränderungen auf der Bewusstseins- und Verhaltensebene.

Inzwischen sind 50 Jahre vergangen und es hat sich einiges getan. Trotzdem ist es immer noch nicht genug. Dieser Wandel, der von den „Blumenfrauen“ gefordert wurde, braucht Zeit. Zeit einfach deshalb, weil etwas, was über 4000 Jahre, manche sprechen von 6000 Jahren, gewachsen ist, nicht von heute auf morgen anders wird.

Und, weil wir es mit Leid zu tun haben. Mit Leid, Schmerz und Angst, Vernichtungsangst, Todesangst. Und mit vermeintlicher Schuld und Ohnmacht. 

 

Im Gefängnis unserer Gefühle

Das sind große Worte. Worte, mit denen du vielleicht überhaupt nicht in Resonanz gehst. Deshalb nicht, weil unsere Psyche Unerträgliches und Bedrohliches abspalten kann, so, dass dir der Zugriff darauf nicht ohne weiteres möglich ist. Oder, weil dir Leid oder Angst als Teil deines Lebens als Frau so bekannt ist, dass du längst nicht mehr hinterfragst, geschweige denn im Körper spürst, was gerade mit dir geschieht. Es scheint einfach dazuzugehören, es geht ja anderen Frauen genauso und früher war es nicht anders. So schleifen sich über viele Jahre Verhaltensweisen und Strategien ein, die automatisch ablaufen, ohne, dass sie dir bewusst sind:

Wie redest du mit anderen? Stehst du gerade und blickst sie an oder weichst du aus? Wie stehst du im Raum? Mit hängenden Schultern und eingezogenem Kopf? Wieviel tust und machst du für andere, obwohl du längst eine Pause bräuchtest? Bist du frei im Äußern deiner Wünsche und Vorstellungen oder überlegst du dreimal, bevor du sagst, was du denkst und willst? Wie bescheiden bist du oder anders gefragt, wieviel bist du selbst dir wert und vertrittst diesen Wert im Außen? Reicht ein kleines Danke oder sollte es eigentlich mehr sein, viel mehr, aber sagst du wie immer „…das passt schon so“?

Ich könnte diese Liste an Fragen noch verlängern. Aber ich glaube, dass du im Kern verstanden hast, um was es geht: Wir Frauen tragen tief in uns Gefühle von Wertlosigkeit, von Machtlosigkeit, von Schuld und von Angst. Wir sind vielfach damit beschäftigt, unseren Platz durch Leistung zu sichern, durch Freundlichkeit Aufmerksamkeit und Zuwendung zu erlangen oder aber durch subtile Machtspiele und emotionale Taktiken auf anderem Weg zu erreichen, was wir wollen. 

In keinem Fall sind wir frei. 

 

Unser emotionales Erbe

Diese Gefühle könnten dich bisher gehindert haben, beruflich oder privat neue Wege zu gehen. Ein Blick zurück auf die Frauen in deiner Familie kann zu einem „Aha-Erlebnis“ führen. Kann, muss nicht. Tatsächlich habe ich selbst zu fast demselben Zeitpunkt wie meine Mutter eine existentielle Krise durchlebt. Mit dem Unterschied, dass ich den einen entscheidenden Schritt weiter gegangen bin, der ihr damals leider nicht möglich war. Was ich damit sagen will?

Lebensthemen werden in Familien von Generation zu Generation, von Frau zu Frau weitergegeben. Solange sie nicht aufgelöst/gewandelt werden, wirken sie weiter. Da sind unausgesprochene Wünsche und Erwartungen, die an uns gerichtet werden, da sind Vorstellungen, was und wie wir zu sein haben. All dies prägt unsere Persönlichkeit, wirkt in unseren Handlungen und, nicht zuletzt, hindert uns in vielen Fällen daran, das Leben zu leben, das unseren eigenen Bedürfnissen und Möglichkeiten entspricht. 

Themen, die uns Frauen betreffen sind außerdem geprägt von jahrtausendealter Unterdrückung der Frau durch die patriarchale Gesellschaftsstruktur, die mehr und mehr in Auflösung begriffen ist. Von außen betrachtet hat sich inzwischen über einige Jahrhunderte vieles verändert. Die Lebenssituation von Frauen hat sich sehr gewandelt. Ihre rechtliche Situation ist heute relativ gefestigt, ihre Bildungschancen sind gut, die Erlangung wirtschaftlicher Unabhängigkeit ist möglich. Und doch sind wir in vielen Fällen immer noch nicht in der Lage, diesen Raum wirklich auszufüllen.

Was also ist zu tun?

 

Von der „gefangenen“ Frau zur „befreiten“ Frau

Solange es uns gut geht, haben wir keinen Handlungsbedarf. Erst, wenn in unserem Leben Probleme auftreten, wir in eine Krise kommen, ob privat oder beruflich, suchen wir nach Lösungen und Antworten. Der Weg, den ich gegangen bin und immer noch gehe, hat zwei „Leitplanken“, eine rechts und eine links:

  1. Die rechte Seite entspricht dem männlichen Prinzip. Hier sammle ich Wissen über das, was mich umtreibt als Frau und als Mensch. Je mehr ich weiß, je mehr ich Zusammenhänge verstehe, Verknüpfungen herstellen kann, mich mit anderen darüber austausche, desto bewusster werde ich. Durch diese Bewusstheit konnte ich mehr und mehr zur „Schöpferin“ meines Lebens werden. Ich war nicht mehr gefangen in Vorstellungen und Glaubensmustern darüber, wie ich als Frau zu sein habe, sondern wachse in die hinein, die ich bin. Dieser Prozess ist in ständiger Weiterentwicklung und wird erst zu Ende sein, wenn ich die Erde verlasse.

In meiner Arbeit stelle ich dieses Wissen, das ich über viele Jahre gesammelt und in verschiedensten Ausbildungen vertieft habe, allen Frauen zur Verfügung, die offen und bereit sind für Wandel und Veränderung. So kannst auch du immer mehr dein Frausein verstehen, annehmen, alte Muster hinter dir lassen und dich befreien von den Fesseln unserer Vergangenheit.

  1. Die linke Seite entspricht dem weiblichen Prinzip. Hier wende ich mich mir selbst zu, spüre, fühle, was sich in mir bewegt. Ich tauche ein in meinen Körper, tiefer und tiefer. In Krisen und Übergängen bin ich meist sehr „dünnhäutig“. Dadurch bin ich aber auch näher dran an Schmerz, Angst, Trauer oder Wut. Ich spüre, was ich will und brauche und was ich ablehne.  Dies ist ein innerer, zyklischer Prozess, kein lineares Voranschreiten. Hier vertraue ich mich meiner Seele an. Sie führt mich in ihrem ganz eigenen Tempo an altes, zum Teil verdrängtes und dadurch unbewusstes Leid heran. Indem ich mich diesen Gefühlen stelle, sie wahrhaft an mich heranlasse und ausdrücke, geschieht Wandel: Energie, die ich zuvor unbewusst darauf verwendet habe, Gefühle und Bedürfnisse zu unterdrücken, kann wieder fließen. Ich bin nicht mehr gefangen, sondern frei.

In meiner Arbeit bin ich auch hier für dich da. Es ist eine Begegnung auf Augenhöhe. Von Frau zu Frau. Einfach deshalb, weil ich selbst genau diesen Weg gehe und daher all dein Leid, deinen Schmerz, deine Angst und auch deine Wut selbst in mir gefühlt und gewandelt habe und dies immer noch tue. Es geht hier nicht um Wissen und um Lernen, sondern um Fühlen und um Sein. Es braucht ein „Gefäß“, einen Raum, der den Rahmen setzt und Sicherheit gibt und jemand, die diesen Raum hält. Dann können sich innere Schleusen öffnen und es kann in Fluss kommen, was schon lange auf Befreiung wartet.

 

Sei auch eine Wandelfrau – dein Leben wartet auf dich!

Wann immer du heute als Frau in eine Krise gerätst, sieh diese Zeit nicht nur als „graue Wolke“, die dein Leben verdunkelt. Sieh diese Phase als Chance, dich zu wandeln und neue Wege zu gehen! Wege, die dich herausführen aus einem Leben, in dem ein mehr oder weniger großer Anteil deiner selbst nicht frei war. 

Lass nicht zu, dass vergangenes Leid, Angst, Zurückweisungen, ungerechtfertigte Schuld dich gefangen halten! Egal, ob es sich dabei um konkrete Erfahrungen in deinem Leben handelt oder um das „unbewusste“ Erbe deiner Ahninnen.

Fang an zu forschen und zu fühlen! Stell dich deiner Vergangenheit und blicke auch zurück auf das Leben der vielen Frauen, die in früheren Zeiten gelebt haben. Anerkenne die Not, die sie teilweise erfahren, die Unterdrückung, die sie oft erlitten haben und nimm dies vielleicht ein Stück weit auch als Auftrag an dich:

Sei eine Wandelfrau! Erobere den Raum, den sie nicht hatten. Nutze die Möglichkeiten, die wir heute haben, deine Einzigartigkeit und dein Frausein zu leben. Die Veränderung, der Wandel, den wir Frauen uns so sehr wünschen, geschieht, wenn jede von uns den Mut hat, durch all diese herausfordernden Gefühle hindurchzugehen – in die Freiheit und in das Leben, das auf uns wartet! 

 

Bildquelle: Adobe Stock

 

 

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